Intro
Das Handicap dient im Golfsport dazu, dass Spieler mit unterschiedlicher Stärke gegeneinander antreten und ihre Ergebnisse vergleichen können. Einfach gesagt: Man bekommt eine bestimmte Anzahl an Punkten Vorsprung. – Profis spielen mit Handicap Null!
Im Fokus des Festivals steht die Begegnung, der Rausch des Theaters, die Grenzenlosigkeit, die uns die Kunst ermöglicht – nicht die Behinderung, das Handicap.

Theater Maatwerk, Foto: Buro Solo
Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung zeigen aufregende, rasante, nachdenkliche und mitreißende Theaterkunst und fordern unsere Wahrnehmung immer wieder aufs Neue heraus. Das Festival richtet sich so an ein Publikum, das innovative Formen der Bühnenkunst zu schätzen weiß und einen Blick über den Rand der alltäglichen Normalität hinaus wagt.
Handicap Null stellt international und national renommierte Ensembles vor, überraschende Auseinandersetzungen mit klassischen Stoffen, gewagte Experimente zwischen Theater und Performancekunst, Geschichten über die Alltagswelt von Menschen mit Behinderungen, unerwartete Begegnungen in fremdartigen Räumen…
Zur Festivaleröffnung spielt das großartige Rotterdamer Maatwerk Theater sein neues Stück „Zomaar een Dag“ (Einfach ein neuer Tag). In mitreißenden Bildern gestalten die 7 Akteurinnen und Akteure einen Lauf durch einen „ganz normalen“ Tag. Die Bohnice Theatre Company aus Prag zeigt eine Auseinandersetzung mit „Leonce und Lena“ – nach Georg Büchner – in einer Version, die Hip-Hop-Elemente mit ironisch-romantisierenden Bildern kontrastiert. The Complete Group, ein integratives Performance-Experiment aus Mannheim zeigt eine spannende Versuchsanordnung über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, Träume und Realitäten mit dem Titel „Holy Hearts“, gefolgt von dem Hannoveraner hART times Theater mit dem erfolgreichen Stück „Best Song of my Life“. Und tanzbar_bremen hat speziell für Handicap Null die Produktion „Tanz-Tasten“ wieder aufgenommen, die das Publikum in die Welt der Nicht-Sehenden mitnimmt. Alle Theatervorstellungen finden im LOT-Theater statt.
Das Theaterprogramm wird durch eine besondere Filmreihe im Universum-Filmtheater ergänzt. Hier gibt es „Renn, wenn du kannst“, den neuen Film von Dietrich Brüggemann zu sehen, die berühmten „Freakstars 3000“ von Christoph Schlingensief sowie „Finnischer Tango“ von Buket Alakus. Den Abschluss der Reihe bildet „Me Too – Wer will schon normal sein?“, ein Film des spanischen Regie-Duos Antonio Naharro und Álvaro Pastor.
Im Rahmen der Fachtagung „Mein Handicap“, die die Bundesakademie für kulturelle Bildung mit dem Festival veranstaltet, werden die Regisseure der präsentierten Stücke über ihre Arbeit berichten und in Kurzworkshops ästhetische Konzepte und Bildsprachen diskutieren. Aus Hamburg kommt Mirko Frank, der dort die Eisenhans-Band „Bitte Lächeln!“ in Zusammenarbeit mit dem Thalia Theater leitet. Aus Wien reist die Performerin Cornelia Scheuer an, die ihre Arbeit vorstellen wird, unter anderem die aufregende Performance „Wenn ich träume, fangen Räder Feuer“, die sie 2009 in Linz produzierthat. Wolfgang Sautermeister und Werner Degreif aus Mannheim beenden die Fachtagung mit der Lecture/Performance „Gesänge des Wahnsinns“.
Die große Abschlussparty des Festivals findet in der ehemaligen Öffentlichen Bücherei der Stadt Braunschweig statt. Hier sorgt die Band „The Mix“ – Neuerkerode rockt! für Stimmung. Außerdem spielt die TiG-Band (bestehend aus den Schauspielern des Theaters im Glashaus – seit neun Jahren Theater der Lebenshilfe Braunscheig) selbstkomponierte Musik aus verschiedenen Stücken. Zum Abschluss wird DJ Marokko auflegen.
Wir freuen uns auf eine berauschende Festwoche mit Ihnen!
In diesem Sinne: Wir sehen uns im Theater!
Elke Utermöhlen
Festivalleitung
TiG – Theater im Glashaus

